Bei den Europameisterschaften in Birmingham hat der deutsche Läufer Florian Bremm die Silbermedaille über 5000 Meter gewonnen. Der 25-Jährige benötigte für die 5000 Meter 13:15,60 Minuten und lag damit nur 0,31 Sekunden hinter dem Sieger Jakob Ingebrigtsen aus Norwegen, der die Strecke in 13:15,29 Minuten absolvierte. 'Das war der stressigste Moment meines Lebens, es gab so viel Geschubse. Ich habe versucht, da irgendwie am Leben zu bleiben', sagte Bremm im ARD-Interview gegenüber Sportschau.
So knapp verpasste Florian Bremm die Goldmedaille über 5000 Meter.
Bremm zeigte sich nach dem Rennen überrascht über seinen Erfolg: 'Ich weiß auch nicht, wie das passiert ist.' In der Mixed Zone erklärte er zudem: 'Es ist schön, der Underdog zu sein.' Seine Zeit von 13:15,60 Minuten liegt dabei nur knapp über seiner persönlichen Bestzeit von 12:56,80 Minuten, die er im Juni über 5000 Meter aufgestellt hatte.
Neben dem sportlichen Erfolg sprach Bremm auch über die Belastungen, die seine Karriere für sein privates Umfeld mit sich bringt. 'Ich verlange da auch sehr viel von meiner Familie, von meiner Freundin, von meinen Freunden. Ich bin viel weg und irgendwie nimmt man immer bloß, man gibt wenig', sagte er mit Blick auf seine Karriereanforderungen.
Auch die deutschen Kugelstoßerinnen überzeugten bei der EM: Yemisi Mabry gewann Bronze mit einer Weite von 19,50 Metern. 'Mit 19,50 mit einer Medaille rauszugehen, da bin ich heute sehr froh', freute sich Mabry. Gold holte die Niederländerin Jessica Schilder mit 20,73 Metern, Silber ging an Jorinde van Klinken mit 19,64 Metern.
Keine Medaille gab es für Gina Lückenkemper über 100 Meter: Die Sprinterin verpasste den Einzug ins Finale, im Halbfinale lief sie 11,28 Sekunden. Zuvor hatte ein Zeckenbiss ihre Vorbereitung beeinträchtigt. Dennoch zeigte sie sich zufrieden: 'Ich habe nach den deutschen Meisterschaften keinen Hehl daraus gemacht, wie die Vorbereitung verlief, deswegen bin ich echt zufrieden mit dem Rennen.' Rebekka Haase kam über 100 Meter auf 11,36 Sekunden.
Die EM in Birmingham, die vom 10. bis 16. August im Alexander Stadium stattfand, brachte für das deutsche Team zudem weitere Erfolge: Gesa Krause, zweifache Europameisterin, und Lea Meyer, frühere EM-Zweite, qualifizierten sich für das Finale über 3000 Meter Hindernis. Zudem liefen mehrere deutsche Läufer Rekorde: Emil Agyekum über 400 Meter Hürden, Robert Farken über 1500 Meter und die Meile, Frederik Ruppert über 3000 Meter Hindernis sowie Mohamed Abdilaahi über 3000, 5000 und 10.000 Meter.
Der Deutsche Leichtathletik-Verband war mit 114 Athletinnen und Athleten bei den Titelkämpfen vertreten. Bundestrainerin Isabelle Baumann führt die jüngsten Erfolge auf den Glauben an das eigene Können zurück: 'Der Glaube an das eigene Können' sei der entscheidende Faktor für die Beschleunigung der Erfolge. Die nächste Europameisterschaft, die 28. Auflage, wird 2028 im olympischen Jahr in Polen ausgetragen.