Fortuna Düsseldorf spielt nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga erstmals seit 17 Jahren wieder in der 3. Liga.
Infolge des Abstiegs kam es zu tiefgreifenden Veränderungen im Verein. Mehr als 60 Mitarbeiter wurden entlassen, darunter auch die Beschäftigten des Fanshops in Flinger Broich, der aus finanziellen Gründen schließen musste. Der Vereinsvorsitzende Alexander Jobst äußerte sich zu den Entlassungen: „Es tut mir und uns von Herzen leid, dass wir diesen Schnitt machen müssen. All diejenigen können gar nichts für den Abstieg.“
Verlust bei den TV-Geldern nach dem Abstieg.
Laut Sven Mislintat sank das Fernsehgeld mit dem Abstieg von etwa 17 Millionen Euro auf 1,2 Millionen Euro zuzüglich eines kleinen Sicherheitsnetzes. Der ehemalige Sportdirektor beschrieb diese Situation zudem als massiven Rückgang des Kaderwerts und betonte die bevorstehende Herausforderung.
Neuer Sportlicher Fokus und Kaderumbruch
Nachdem Sven Mislintat seine Position als Sportdirektor nach nur fünf Monaten verlor, wurde Samir Arabi als neuer Sportdirektor vorgestellt. Der 47-Jährige wird unter anderem deshalb verpflichtet, weil er in der Vergangenheit bei Arminia Bielefeld gezeigt hat, wie ein Verein trotz eines knappen Budgets aus schwierigen sportlichen Situationen zurück in die Bundesliga führen kann.
Der Kader wurde nach dem Abstieg weitgehend neu zusammengestellt, da die meisten Spieler keine Verträge für die 3. Liga besaßen. Nur sieben Profis aus dem Kader der zweiten Liga blieben im Team. Bekannte Abgänge waren unter anderem Cedric Itten, das Jugendorgan Shinta Appelkamp und Florian Kastenmeier.
Insgesamt kamen 15 neue Spieler zum Verein, darunter die Free Agents Dominique Heintz, Fabian Schleusener und Philipp Förster. Der 34-jährige Verteidiger Matthias Zimmermann, der bereits seine neunte Saison bei Fortuna Düsseldorf bestreitet, äußerte sich optimistisch zum Kader: „Ich glaube, dass die Mannschaft hier gut zusammengestellt ist.“ Zimmermann fügte hinzu, dass das Team über die nötige Qualität verfüge, in der 3. Liga jedoch Einsatz und Leidenschaft entscheidend seien.
Disziplin und Teambildung
Um den Teamgeist nach der vergangenen Saison zu stärken, haben Trainer Alexander Ende und Sportdirektor Samir Arabi ein Handyverbot in der Kabine eingeführt. Die Vereinsführung analysierte zudem, dass in der vorangegangenen Saison kein echtes Team auf dem Platz gestanden habe. Der Fokus des Vereins liegt nun verstärkt auf Ernährung, Regeneration, Pflege und einer Kommunikation ohne Mobiltelefone, nachdem es zuletzt häufig zu Muskelverletzungen gekommen war.
Saisonstart und Fanunterstützung
Für die kommende Spielzeit wurden 19.000 Saisonkarten bestellt, was 1.500 weniger als in der vorherigen Saison sind. Die Stadt reduzierte die Miete für das kommunale Stadion um etwa die Hälfte, wodurch Fortuna Düsseldorf fast 700.000 Euro einsparen konnte. Die Fans nutzen das Motto der Düsseldorfer Rockband Die Toten Hosen, „Steh auf, wenn du am Boden bist“, um zur Unterstützung und zum Kauf von Saisonkarten aufzurufen.
Der Saisonauftakt findet am Freitag bei Waldhof Mannheim statt, wobei der Auswärtsblock bereits ausverkauft ist. Zu den weiteren Terminen gehören Regionalderbys gegen MSV Duisburg und Rot-Weiß Essen sowie das erste Heimspiel am 15. August gegen die zweite Mannschaft der TSG Hoffenheim in der Merkur-Spiel-Arena. Das Spielprogramm umfasst zudem Begegnungen gegen TSV Havelse, SG Sonnenhof Großaspach und Amateurteams im Niederrheinpokal.