Die deutschen Spitzenklubs Bayern München und VfL Wolfsburg haben sich gegen die mögliche Einführung von Play-offs in der Frauen-Bundesliga ausgesprochen. Die Pläne, die Play-offs sowie ein Relegationsspiel vorzusehen, befinden sich derzeit noch in der Prüfung.

Die vor zwei Wochen bekannt gewordenen Pläne der Frauen-Bundesliga sehen ab der Saison 2027/28 ein Halbfinale der vier besten Teams und ein Finale vor. Die Möglichkeit von Play-offs ist derzeit Teil der Verhandlungen mit potenziellen Medienpartnern. Das Ziel hinter der geplanten Reform ist es, die Dominanz von Bayern München und VfL Wolfsburg zu beenden, die in den vergangenen zehn Jahren jeweils fünf Titel gewonnen haben.

Kritik an sportlichem Wert und Belastung

Playoffs bedeuten eine Abwertung der Liga.
— Bianca Rech, Direktorin bei Bayern München, gegenüber Sport Bild

Bianca Rech führt an, dass andere Top-Ligen aus Gründen der Spielerbelastung auf Play-offs verzichtet haben. Zudem stellt sie die Frage, ob ausgerechnet jene Klubs und Spielerinnen, die den deutschen Frauenfußball in der K.-o.-Phase der Champions League repräsentieren, mit zusätzlichen Spielen belastet werden sollten. Rech betont, dass die deutschen Spitzenklubs durch gute Ergebnisse in europäischen Wettbewerben möglichst viele Startplätze in der Champions League sichern.

Das kann nicht im Sinne des Sports sein.
— Dieter Hecking, Chef von VfL Wolfsburg

Dieter Hecking bezeichnet die Einführung von Play-offs als einen kontraproduktiven Eingriff in den Wettbewerb. Aus seiner Sicht verliert die Ligaphase dadurch an sportlichem Wert, da es möglich sei, dass das beste Team der Saison nicht Meister wird. Zudem merkt Hecking an, dass Play-offs in eine Phase der Saison fallen würden, in der Top-Spielerinnen bereits physisch extrem gefordert sind.

Finanzielle Aspekte und TV-Rechte

Die Ligaleitung erwartet durch Play-offs und ein Relegationsspiel bessere Gebote bei der Vergabe der Medienrechte. Die aktuellen TV-Verträge mit ARD, ZDF, MagentaTV, DAZN, Sport1 und Sky bringen den Frauen-Bundesliga-Klubs jährlich 5,2 Millionen Euro ein. Bei den nächsten Medienrechten wird die Laufzeit auf zwei Saisons statt wie bisher auf vier Saisons verkürzt.

Hecking sieht jedoch die Notwendigkeit, kreative und innovative Ansätze zu finden, um die Einnahmen aus dem TV-Rechte-Marketing deutlich zu steigern. Es besteht die Befürchtung, dass bestehende Medienpartner sich zurückziehen und die Einnahmen sogar sinken könnten.

5,2 Millionen Euro

Jährliche Einnahmen der Frauen-Bundesliga-Klubs aus aktuellen TV-Verträgen

Unter den 14 Vereinen der Frauen-Bundesliga gibt es Befürworter der Play-offs, wie Jan-Christian Dreesen, Vorstandsvorsitzender von Bayern München, kürzlich mitteilte. Eine umstrittene Abstimmung auf der Mitgliederversammlung am 30. November gilt als nicht ausgeschlossen.