Das Unternehmen Rocket Lab, ein Konkurrent von SpaceX, hat die Gründung der Rocket Lab Germany GmbH bekannt gegeben. Laut Unternehmensangaben wird die neue Tochtergesellschaft ihren Sitz in München haben. Die Registrierung bei der lokalen Amtsgericht München erfolgte Mitte April.
Das Ziel der Expansion sei es, den Zugang Europas zu souveränen Weltraumkapazitäten zu ermöglichen. Die strategische Erweiterung markiere einen Meilenstein im internationalen Wachstum des Unternehmens und schaffe Bedingungen für eine mögliche weitere Ausweitung der Satelliten- und Komponentenfertigung in Deutschland.
Mit der Gründung plant Rocket Lab zudem, die Produktion in Deutschland auf Satelliten, Nutzlasten und andere Komponenten auszuweiten, um eine regionale Plattform für Satellitenkonstellationen zu schaffen. Dabei sollen auch Möglichkeiten für Fertigungsaktivitäten für Satelliten, Nutzlasten und Komponenten in Deutschland untersucht werden, um ein regionales Zentrum zu etablieren, das den sich entwickelnden Bedürfnissen europäischer Kunden gerecht wird.
Rocket Lab wird seine Startdienste über die Electron-Rakete sowie die zukünftige wiederverwendbare Neutron-Rakete anbieten. Der erste Flug der Neutron-Rakete wurde jedoch erneut verschoben.
Expansion und Übernahmen
Die Expansion folgt auf die Übernahme des in München ansässigen Startups Mynaric im Frühjahr, die vom Bundesministerium für Wirtschaft genehmigt wurde. Mynaric ist ein Spin-off des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und vermarktet laserbasierte Kommunikationstechnologie, die am DLR entwickelt wurde. Diese Technologie wird sowohl im zivilen als auch im militärischen Bereich eingesetzt.
Die Genehmigung durch das Bundesministerium war an die Bedingung geknüpft, dass das geistige Eigentum sowie die Produktion, Forschung und Entwicklung der Schlüsseltechnologien von Mynaric in Deutschland und Europa verbleiben. Rocket Lab betonte, dass Mynaric seine marktführenden optischen Terminals weiterhin produzieren und zukünftige Technologien für die optische Kommunikation entwickeln werde.
Rocket Lab plant, die eigenen Fertigungs- und Lieferketten-Expertise einzusetzen, um die Kapazitäten und die Effizienz von Mynaric zu steigern und die wachsende Nachfrage in Europa zu bedienen.
Übernahme von Iridium Communications durch Rocket Lab Anfang Juli
Durch die Übernahme von Iridium Communications Anfang Juli strebt Rocket Lab danach, ein integriertes Raumfahrtunternehmen zu werden, vergleichbar mit dem größeren Wettbewerber SpaceX. Rocket Lab ist ein neuseeländisch-amerikanisches Unternehmen, das Hersteller kleinerer Trägerraketen ist, einschließlich der Electron-Rakete.
Marktsituation und Wettbewerb
In diesem Bereich gibt es auch rechtliche Auseinandersetzungen: Rocket Lab hat dieses Jahr Rocket Factory Augsburg vor dem Landgericht München wegen Patentverletzungen verklagt. Rocket Factory Augsburg bereitet derzeit einen Testflug einer Rakete in Saxavord, Schottland, vor.
Die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zeigt sich unter Druck: Hohe Kosten für den Ausbau der Startdienste und die Produktion von Raumsystemen belasteten die Rentabilität im zweiten Quartal. Zudem drücken hohe Ausgaben für die Entwicklung und Infrastruktur der neuen Neutron-Rakete auf die Ertragskraft, wie am Montagabend veröffentlichte Zahlen zeigen.
Es gibt zu wenige Raketenstarts aus Europa und zu wenige Startplätze.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius merkte während eines Besuchs im Werk von Isar Aerospace in Ottobrunn an, dass es zu wenige Raketenstarts aus Europa und zu wenige Startplätze gebe. Pistorius plant zudem Investitionen in Höhe von 35 Milliarden Euro in die Sicherheitsarchitektur im Weltraum. Derzeit ist die Bundeswehr für den Start eigener Satelliten auf Raketen von SpaceX angewiesen.