In Köln-Mülheim wurden nach einem gewaltsamen Vorfall, bei dem vier Personen verletzt wurden, Patronenhülsen am Tatort entdeckt. Ein Team des öffentlich-rechtlichen Senders WDR fand die Hülsen an dem Ort, an dem es zu einem Streit zwischen zwei Familien gekommen war.

Die Hülsen wurden bei der forensischen Spurensicherung offenbar übersehen. Es ist nicht sicher, ob die Patronenhülsen unmittelbar nach der Tat bereits am Tatort lagen, wobei der Verdacht auf einen Fund nach dem Ereignis besteht.

Am Freitagabend wurden auf der Berliner Straße vier Menschen verletzt: Eine 39-jährige Frau und ein 42-jähriger Mann erlitten Schussverletzungen, während ein 24-jähriger Mann und ein 48-jähriger Mann durch Messerstiche verletzt wurden. Drei der Verletzten befinden sich weiterhin in Krankenhäusern.

Ermittlungen und Festnahmen

Nach Angaben der Polizei wurde der Vorfall durch einen Streit zwischen zwei Familien aus Kalk und Dellbrück ausgelöst. Die Polizei hat vorläufig zwei 19-jährige und einen 21-jährigen Verdächtigen festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit, ob gegen die Verdächtigen Haftbefehle beantragt werden können. Die Ermittlungen dauern an. Motive, die Täterschaft sowie eine mögliche Verbindung zum organisierten Verbrechen sind bislang ungeklärt.

Reaktionen der Behörden

Eine Polizeisprecherin gab an, dass man froh sei, die Patronenhülsen nun zu haben und diese für die Ermittlungen nutzen zu können. Auf die Frage nach dem Übersehen der Spuren lehnte sie eine Stellungnahme ab und erklärte, sie könne nur spekulieren und wolle dies nicht tun.

Gegend, wo Polizei nicht mit einem Streifenwagen hinfährt, sondern fast mit Hundertschaftsstärke
— Heiko Teggatz, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft

Heiko Teggatz, der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, rief zur Zurückhaltung auf.