Ein Ölteppich vor der Küste eines Naturschutzgebiets in Oman bedroht die Umwelt, wie die Organisation Greenpeace und die niederländische NGO PAX berichten.

Laut Greenpeace-Analysen von Satellitenbildern dehnte sich der Ölteppich zwischen dem 24. Juli und dem 4. August 2026 auf etwa 600 km² aus.

600 km²

Größe des Ölteppichs laut Greenpeace-Analysen

Das Öl könnte vom Tanker 'Caroline Bezengi' stammen, der vor der Südküste von Oman auf Grund gelaufen ist. Die Identifizierung des Schiffes wurde bisher nicht offiziell bestätigt. Satellitenbilder der Nachrichtenagentur AFP zeigen jedoch, dass Größe, Form und Farbe des Decks des festgesetzten Schiffes mit denen der 'Caroline Bezengi' übereinstimmen.

Verdacht auf Sanktionsumgehung und Schäden am Schiff

Es besteht der Verdacht, dass die 'Caroline Bezengi' Teil der russischen sogenannten 'Geisterflotte' ist, einem Netzwerk von Schiffen, das zur Umgehung westlicher Sanktionen gegen Moskau genutzt wird. Das maritime Sicherheitsunternehmen Vanguard berichtete, dass das Schiff am 6. Juni durch drei Explosionen unbekannter Herkunft beschädigt wurde, bevor es abdriftete und auf Grund lief.

Greenpeace berichtet, dass weiterhin Öl aus dem Schiff austritt. Die niederländische NGO PAX warnte vor einer möglichen Rissbildung im Schiffsrumpf, die eine regionale Umweltkatastrophe auslösen könnte.

Bedrohung für das Al-Hallaniyat-Archipel

Satellitenbilder von Greenpeace zeigen, dass der Ölteppich große Teile der Küste der unbewohnten Insel Al-Qibliyah erreicht hat. Das Naturschutzgebiet des Al-Hallaniyat-Archipels, zu dem auch Al-Qibliyah gehört, wurde im Jahr 2025 eingerichtet. Das Gebiet umfasst Korallenriffe, Seegraswiesen und Brutstätten für gefährdete Arten, wie etwa die omanische Buckelwal-Population.

Es ist sehr besorgniserregend, da wir über ein Meeresschutzgebiet sprechen.
— Nina Noelle, Expertin für internationale Kriseneinsätze bei Greenpeace

Nina Noelle erklärte zudem, dass das Öl Seevögel, Meeresschildkröten, Delfine und Walgruppen bedrohe.

Die Expertin wies ferner darauf hin, dass das Schiff keine eindeutig definierte Flagge habe, was es für die omanischen Behörden schwierig mache, jemanden zu kontaktieren.