Bei einem Badeunfall im Strandbad Halensee in Berlin ist am Sonntag ein Mensch gestorben. Wie aus mehreren Berichten hervorgeht, handelt es sich bei dem Opfer um einen 23-jährigen Mann, wobei einige Quellen das Alter zunächst nicht nannten. Badegäste und Mitarbeiter des Strandbads suchten zunächst nach der vermissten Person, bevor Taucher der Berliner Feuerwehr sie aus dem Wasser bargen.
Die Wiederbelebungsversuche an der geborgenen Person blieben erfolglos. Nach Angaben eines Sprechers der Berliner Feuerwehr wurde die Person nach kurzer Suche gefunden und an Land gebracht; die Wiederbelebung wurde nach Entscheidung eines Notarztes abgebrochen. Einige der Beteiligten wurden psychologisch betreut, wobei einige die angebotene Hilfe annahmen.
Betreiber zeigt sich schockiert
Der Betreiber des Strandbads Halensee äußerte sich in einem Online-Statement: „Wir sind zutiefst schockiert und bestürzt über den tragischen Unfall.“ Weiter hieß es: „Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei der betroffenen Person, ihrer Familie.“ Aus Respekt vor dem Opfer blieb das gesamte Gelände bis einschließlich Mittwoch geschlossen.
Wir sind zutiefst schockiert und bestürzt über den tragischen Unfall.
Anwalt verteidigt Sicherheitskonzept
Dr. Peter Thiel, Anwalt des Badbetreibers, sagte, der Badebetrieb am Sonntag sei unbeschwert gewesen: „Es gab überhaupt keine Anzeichen irgendeiner Besonderheit.“ Ein Lifeguard habe direkt neben der Stelle gestanden, an der das spätere Opfer ins Wasser ging; der 23-Jährige sei unauffällig gewesen und habe vor dem Verschwinden keine Hilferufe gemacht. Zwei Lifeguards seien immer vor Ort gewesen, und der zweite Lifeguard sowie der Sicherheitsdienst des Restaurants hätten sofort geholfen. Alle Rettungsmaßnahmen hätten „ganz systematisch funktioniert“, so Thiel.
Der Betreiber halte an seinem Sicherheitskonzept fest, es werde keine Verschärfung geben. „Das funktioniert einwandfrei“, sagte Thiel. Man freue sich auf jeden Besucher: „Alles wird getan, dass es nicht zu unglücklichen Unfällen kommt.“ Das Strandbad Halensee wird privat betrieben und nicht von den Berliner Bädern; auf dem Gelände befinden sich auch ein Café, ein Bistro und eine Brasserie. Die Wiedereröffnung ist für Donnerstag geplant.
DLRG warnt vor stillen Ertrinkungsunfällen
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) weist darauf hin, dass Ertrinken oft still und unbemerkt geschehe, nicht dramatisch wie im Film, und dass auch Rettungsschwimmer keinen 100-prozentigen Schutz bieten. Zudem warnt sie vor steil abfallenden Ufern, Pflanzen, die sich um Gliedmaßen wickeln können, und Wassertemperaturen. Die Wassertemperatur sinke mit zunehmender Tiefe schnell, was bei Menschen mit Kreislaufproblemen zu einem Zusammenbruch führen könne, wenn sie zu schnell in tiefes Wasser gehen. Auch Alkohol sei eine erhebliche Gefahr in Badeseen.
Sind laut DLRG-Zwischenbilanz bis Ende Juli dieses Jahres deutschlandweit ertrunken, 85 Prozent davon männlich.
Laut Zwischenbilanz der DLRG sind bis Ende Juli dieses Jahres mindestens 261 Menschen in Deutschland ertrunken, 85 Prozent davon männlich. In der Altersgruppe der 11- bis 30-Jährigen kamen 75 Menschen ums Leben, 95 Prozent davon männlich.