In Preetz, Schleswig-Holstein, wurde das tote dreijährige Mädchen in dem Pool auf dem Grundstück seiner Eltern gefunden.

Die Polizei und die Staatsanwaltschaft gaben am Mittwoch in Kiel bekannt, dass ein Ermittlungsverfahren gegen die Eltern des Kindes wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung durch unterlassene Hilfeleistung eingeleitet wurde. Oberstaatsanwalt Michael Bimler bestätigte gegenüber der Bild-Zeitung die Einleitung des Verfahrens gegen beide Elternteile.

Nach Angaben der Polizei besteht der Anfangsverdacht, dass eine Verletzung der Aufsichts- und Obhutspflicht zum Ertrinken des Kindes geführt haben könnte. Das Mädchen war autistisch sowie seh- und hörgeschädigt.

Durchsuchung des Wohnhauses

Am Mittwochmittag führten Beamte der Polizeidirektion Kiel eine Hausdurchsuchung im Wohnhaus der Familie in Preetz durch. Die Durchsuchung erfolgte auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft Kiel, die zuvor durch das Amtsgericht einen Durchsuchungsbeschluss erlassen hatte. Im Zuge der Maßnahme dokumentierten die Ermittler das Umfeld sowie den Ort, an dem der Körper gefunden wurde.

Die Eltern hatten das Verschwinden des Mädchens am 5. August gemeldet. Das Kind wurde am Morgen des 6. August – einen Tag nach der Vermisstenmeldung – im Pool gefunden. Eine Autopsie ergab, dass das Kind durch Ertrinken ums Leben gekommen war.

Fragen zum Suchverlauf

Die Polizei geht davon aus, dass das Mädchen unmittelbar nach ihrem Verschwinden in den Pool fiel und bereits ertrunken war, als die Suchmaßnahmen begannen.

Die erste polizeiliche Suche am Tag vor der Entdeckung bestand laut Angaben aus einer oberflächlichen Sichtprüfung des Grundstücks und des Pools. Dabei wurde der Körper des Mädchens im Pool übersehen.