Vermisste Personen unter Wasser aufspüren – das ist die Aufgabe der Rettungshunde der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Auf dem Ratzeburger See im Kreis Herzogtum Lauenburg trainiert die Staffel, um für den Ernstfall gewappnet zu sein.

Milo, ein neun Monate alter Border Collie, befindet sich derzeit in der Ausbildung zum Wasser-Suchhund. Bei der Übung auf dem Ratzeburger See wurden zwei Geruchsträger an zwei verschiedenen Stellen platziert – darunter eine Puppe, die in ein Tuch aus der Pathologie oder vom Bestatter gewickelt auf dem Seegrund lag.

Die Ausbildung der Rettungshunde

Bevor es aufs Wasser geht, führt Hundeführerin Nanyu Kuhlmann mit ihrem Hund eine kleine Runde: „Wir gehen vorher immer eine kleine Runde spazieren, damit der Hund sich an die Umgebung und die Gerüche gewöhnen kann“, erklärt sie. „Man muss schon lernen, seinen Hund zu lesen und ihn auch auf dem Wasser zu verstehen. Das ist hoch spannend.“

Trainerin Sonja Meyer vom DLRG Burg e.V. zeigt den Tieren an Land zunächst zwei- bis dreimal den Geruch, nach dem sie suchen sollen. „Dann haben sie es verstanden und wir gehen aufs Wasser“, sagt sie. Hunde können Gerüche in Wassertiefen von bis zu 50 Metern oder mehr wahrnehmen.

50 Meter

So tief können Rettungshunde Gerüche unter Wasser wahrnehmen.

Milo zeigte bei der Übung beide Geruchsträger ziemlich präzise an. Als Signal leckte er Nanyu Kuhlmann die Hand. „Das macht großen Spaß, die Entwicklung des Hundes zu begleiten und zu sehen, wie viel Spaß das Tier daran hat“, sagt die Hundeführerin.

Die Staffel im Einsatz

Die DLRG-Rettungshundestaffel gibt es offiziell seit vier Jahren und ist die einzige ihrer Art in Norddeutschland. Aktuell gehören ihr 13 Hunde an, von denen sechs offiziell geprüfte Rettungshunde sind. Die Staffel wird in ganz Norddeutschland eingesetzt und fährt bei Bedarf auch weiter.

Wenn wir gerufen werden, geht es nicht mehr um Zeit.
— Sonja Meyer, Trainerin der DLRG-Rettungshundestaffel

In den vergangenen drei Jahren hatten die Spezialhunde sieben Einsätze. Der letzte Einsatz war nach der Kieler Woche, als ein junger Mann vermisst wurde und nach der Ortung durch die Rettungshunde tot aus dem Wasser gezogen wurde. Im besten Fall werden zwei Hunde eingesetzt, damit die Hundeführer zwei Suchergebnisse vergleichen und den Ort genauer eingrenzen können. Ist eine Person geortet, ist die Arbeit der Staffel beendet; die Bergung übernehmen dann Taucher von Polizei, Feuerwehr oder DLRG.

Die Ausbildung zum Rettungshund kann mehrere Jahre dauern, und die Tiere müssen alle zwei Jahre neu überprüft werden. Border Collie Milo ist seit Februar in der Ausbildung und hat bereits gute Fortschritte gemacht. Seine Trainerin Sonja Meyer beschreibt die Stimmung an Bord als konzentriert, aber entspannt – so solle es immer sein.