Im Wald von Rodenbach im Main-Kinzig-Kreis in Hessen ist ein Waldbrand ausgebrochen. Die Feuerwehr meldete drei separate Brandherde zwischen den Ortsteilen Niederrodenbach und Oberrodenbach.
Einer der Brandorte befand sich in der Nähe von Tennisplätzen am Rand von Oberrodenbach. Ein weiterer Herd lag nahe einer Wochenendhaussiedlung. Ein dritter Brand wurde an der Barbarossaquelle entdeckt, einem beliebten Ausflugsziel im Gebiet Bulau.
Zur Bekämpfung des Feuers rückten rund 500 Einsatzkräfte an. Neben der Feuerwehr und der Polizei waren weitere Hilfsdienste im Einsatz. Zu den Kräften gehörten Personal aus dem Main-Kinzig-Kreis, dem Kreis Offenbach und der Stadt Hanau. Zudem unterstützten etwa 100 Personen aus Bayern, das Technische Hilfswerk (THW), das Rote Kreuz sowie die Landesforstverwaltung Hessenforst die Löscharbeiten.
Die Einsatzkräfte setzten Hubschrauber, ein Löschflugzeug und Lösdrohnen ein. Laut einer Sprecherin des Main-Kinzig-Kreises blieben drei Feuerwehreinheiten über Nacht dauerhaft im Waldgebiet zwischen Ober- und Niederrodenbach stationiert. Eine Polizeisprecherin teilte mit, dass eine berittene Polizeieinheit tagsüber vor Ort sein werde, um die Lage zu beurteilen und den Einsatz im Waldgebiet von Rodenbach zu unterstützen.
Uneinigkeit über die Größe der Brandfläche
Über das Ausmaß des Schadens bestehen unterschiedliche Angaben. Der Main-Kinzig-Kreis gab an, der Brand habe eine Fläche von 55 Hektar bedeckt. Die Kreisbrandinspektion aus dem bayerischen Aschaffenburg bezifferte die betroffene Fläche hingegen auf mindestens 30.000 Quadratmeter, was drei Hektar entspricht.
Warnungen und Einschränkungen für die Bevölkerung
Die Leitstelle des Main-Kinzig-Kreises gab über das Warnsystem Katwarn eine Warnung heraus. Aufgrund der Gefahr durch herabfallende Asche wurden die Bewohner aufgefordert, das Gebiet zu meiden, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten.
Um die Wasserreserven für die Brandbekämpfung zu schonen, forderten die Kreiswerke Main-Kinzig Bürger in Bruchköbel, Langenselbold und Freigericht auf, wasserintensive Tätigkeiten wie Duschen oder Gartenarbeit zu unterlassen. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte, dass diese Nutzungsbeschränkung am folgenden Morgen wieder aufgehoben wurde.
Rodenbachs Bürgermeister Klaus Schejna (SPD) erklärte, das Feuer sei am Abend unter Kontrolle gewesen, doch hätten noch Glutnester gelöscht werden müssen. Er warnte davor, den Wald zu betreten, da dies die Einsatzarbeiten behindern und durch herabfallende Äste oder Bäume eine Gefahr darstellen könnte.
Die Polizei in Rodenbach hat Brandstiftung als Ursache für die Feuer nicht ausgeschlossen.
Weiterer Waldbrand im Rheingau-Taunus-Kreis
Parallel zum Geschehen in Rodenbach ereignete sich im Rheingau-Taunus-Kreis ein weiterer Waldbrand. Dieser betraf eine Fläche von etwa 8.000 Quadratmetern zwischen Hohenstein-Breithardt, Born und Bad Schwalbach-Adolfseck.
Bei den Löscharbeiten im Rheingau-Taunus-Kreis wurden drei Feuerwehrleute leicht verletzt. Die Brandschutzbehörde des Kreises teilte über Facebook mit, dass rund 300 Einsatzkräfte die weitere Ausbreitung verhindert und das Feuer unter Kontrolle gebracht hätten.