Westeuropa hat die heißeste Juni-Juli-Periode seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt. Das teilte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) am Dienstag mit. Auch der europäische Klimadienst Copernicus bestätigte: Westeuropa verzeichnete die heißeste je gemessene Juni-Juli-Periode.

21,62 °C Grad Celsius

Durchschnittstemperatur in Westeuropa in der Juni-Juli-Periode, die den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2022 übertrifft.

Nach Angaben des Copernicus-Dienstes erreichte die Durchschnittstemperatur in Westeuropa in den Monaten Juni und Juli 21,62 Grad Celsius und übertraf damit den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2022.

Die höchsten je gemessenen Werte
— Clare Nullis, Sprecherin der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), über die Meeresoberflächentemperaturen im Juli

WMO-Sprecherin Clare Nullis erklärte, der Juli sei weltweit der zweitwärmste Juli gewesen, mit einer durchschnittlichen Oberflächenlufttemperatur von 1,47 Grad Celsius über dem geschätzten vorindustriellen Niveau. Sie sagte, die Meeresoberflächentemperaturen hätten für Juli die höchsten je gemessenen Werte erreicht. Einige westeuropäische Länder erlebten bereits ihre vierte Hitzewelle des Sommers, so Nullis.

In Frankreich erwartet der Wetterdienst Météo-France für später in der Woche Temperaturen über 35 Grad Celsius in weiten Teilen des Landes. Der Schweizer Wetterdienst MeteoSchweiz hat eine Warnstufe 3 für Temperaturen über 35 Grad Celsius ausgegeben. Teile Südenglands könnten laut britischem Wetterdienst bis Donnerstag 36 Grad Celsius erreichen.

Ursachen und Folgen der Hitze

John Kennedy, Klimainformationschef der WMO, führte das Hitzemuster auf die kombinierte Wirkung der langfristigen Erwärmung und anhaltender Hoch- und Tiefdruckgebiete zurück. Er warnte, dass extreme Hitze häufiger, intensiver, länger andauernd und weiter verbreitet werde.

Die WMO erklärte, extreme Hitze, Dürre und Waldbrände hätten weiterhin große Teile der Nordhalbkugel im Griff. Anhaltende Trockenheit beeinträchtige laut WMO-Sprecherin Nullis Landwirtschaft, Flusspegel, Verkehr und Energieversorgung in Westeuropa und erhöhe die Waldbrandgefahr.

Gesundheitsrisiken durch Waldbrandrauch

Tarik Jasarevic, Sprecher der Weltgesundheitsorganisation (WHO), sagte vor Journalisten, dass Waldbrandrauch eine erhebliche Bedrohung für die öffentliche Gesundheit darstelle, insbesondere wegen der Feinstaubpartikel. Die Belastung durch Waldbrandrauch stehe im Zusammenhang mit vorzeitigen Todesfällen und könne Krankheiten der Lunge, des Herzens, des Gehirns und des Nervensystems, der Haut, der Nieren, der Augen und anderer Organe verursachen oder verschlimmern, so Jasarevic.

Feuerwehrleute und Einsatzkräfte seien besonders durch Verbrennungen, Verletzungen und starke Rauchbelastung gefährdet, fügte Jasarevic hinzu. Besonders verwundbar seien Kinder, ältere Menschen, Schwangere und Menschen mit chronischen Erkrankungen.