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Krise der Fachkräfte in der deutschen pädiatrischen Pflege

Die bisherigen Entwicklungen dieser Geschichte, die neuesten zuerst.

  1. Eilmeldung

    Kinderärzte warnen vor „großem Knall“ bei Klinikpersonal

  2. · date approximate Background

    Berliner Krankenhäuser verlegten pädiatrische Patienten in benachbarte Regionen aufgrund von Personalmangel infolge der fehlenden RS-Virus-Impfungen.

    Der Bundessprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Jakob Maske, erinnerte daran, dass vor etwa zwei Jahren, als es noch keine RS-Virus-Impfungen gab, Kinder aus Berlin nach Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg verlegt werden mussten. Grund waren volle Berliner Krankenhäuser oder geschlossene Stationen wegen Personalmangels.

    Maske sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung außerdem, dass schon etliche Stationen schließen müssten, weil die Häuser nicht genug Personal fänden. In der Spezialpflege für Frühgeborene, Schwerstkranke und Intensivpatienten sei der Mangel „himmelschreiend“.

    Der Mangel in der Kinderkrankenpflege ist nicht nur für den BVKJ ein Thema, sondern auch für die Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen. Vera Lux, Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), forderte verbesserte Arbeitsbedingungen in den Kliniken, etwa einen besseren Personalschlüssel.

  3. · date approximate Background

    Deutschland hat eine Reform der generalistischen Pflegeausbildung umgesetzt, die die spezialisierte pädiatrische Pflegeausbildung ersetzt.

    Im Jahr 2020 wurde die Pflegeausbildung in Deutschland auf eine generalistische Grundausbildung umgestellt. Damit entfiel die eigenständige Spezialisierung in der Kinderkrankenpflege: Nach Angaben des Berufsverbands Kinderkrankenpflege (BeKD) ist eine Spezialisierung in der Pädiatrie seither erst ab dem zweiten Ausbildungsjahr möglich, und Auszubildende müssen zunächst auch in anderen Bereichen wie der Altenpflege eingesetzt werden.

    Maske machte die sechseinhalb Jahre zuvor eingeführte generalistische Ausbildung für den Personalmangel in der Kinderkrankenpflege verantwortlich. Er forderte, die 2020er Reform rückgängig zu machen; die Einführung der generalistischen Ausbildung habe aus seiner Sicht viel Schaden angerichtet.

    Auch der BeKD kritisiert die Reform: Der Ausbildungsschwerpunkt liege auf erwachsenen Patienten, und der pädiatrische Anteil sei deutlich kürzer als alle anderen Teile. Manche Auszubildende fühlten sich am Ende der Ausbildung für die Kinderkrankenpflege nicht ausreichend qualifiziert.

    Der BeKD reichte im April eine Petition beim Bundestag ein, um die Spezialisierung für Auszubildende, die mit Kindern arbeiten möchten, wieder einzuführen. In Niedersachsen bietet nach Angaben des Verbands nur noch das Kinderkrankenhaus auf der Bult in Hannover eine spezialisierte Ausbildung für Kinderkrankenpflege an.