Im ersten Halbjahr 2026 wurden weltweit mehr als 30 Millionen Dollar bei gewaltsamen Angriffen auf Inhaber von Kryptowährungen gestohlen, wie Chainalysis dokumentierte. Bis Ende Juni wurden 46 solcher Vorfälle erfasst.

Die Angriffe, die in der Sicherheitsbranche als 'Wrench Attacks' bezeichnet werden, umfassen Hausbesetzungen, Entführungen und Geiselnahmen. Täter sehen Kryptowährungsinhaber als hochwertige Ziele, weil ihr Vermögen sofort und unwiderruflich übertragen werden kann.

Hausbesetzungen haben zugenommen und machen nun 37 Prozent der dokumentierten Fälle aus, gegenüber 26 Prozent im Jahr 2023. Die Täter greifen zunehmend Verwandte und Bekannte an, um Opfer zur Übertragung von Kryptowährungen zu zwingen.

Frankreich ist mit 30 öffentlich bekannten Fällen bis Mitte 2026 das am stärksten betroffene Land, mehr als jede andere Nation. Die französische Regierung geht von über 70 Vorfällen aus, was die tatsächliche Zahl höher erscheinen lässt.

30 Millionen Dollar

Bei gewaltsamen Angriffen gestohlene Beträge im ersten Halbjahr 2026

Die Zunahme der Angriffe in Frankreich wird mit einem vermeintlichen Datenleck in der Steuerverwaltung in Verbindung gebracht, das Informationen über vermögende Kryptoinvestoren preisgab.

Einige Täter haben nur grundlegende Kenntnisse der Kryptowelt und überweisen gestohlene Mittel direkt an zentrale Börsen. Andere, sogenannte Mid-Tier-Täter, nutzen dezentrale Börsen, Bridges und MEV-Bots, um Vermögen über verschiedene Blockchains zu bewegen und den Kontakt mit zentralen Börsen zu vermeiden, die strenge KYC-Verfahren haben.

Die Erfolgsquote der Angriffe sank von 49 Prozent im Jahr 2025 auf 26 Prozent im ersten Halbjahr 2026. Von 46 dokumentierten Fällen führten nur 12 zur Zahlung.

Im April wurden in Frankreich 88 Verdächtige, darunter mehr als zehn Minderjährige, in zwölf Ermittlungen wegen organisierter Wrench-Attacken angeklagt. Im Juni wurde ein Mann angeklagt, der sich als Polizist ausgegeben hatte, um einen Angriff durchzuführen.

Die französische Regierung hat ein schnelles Warn- und Schutzsystem eingeführt und verspricht eine engere Zusammenarbeit mit der Kryptoindustrie, einschließlich verbesserten Datenaustauschs, um die Bedrohung einzudämmen.

Bekannte Fälle geben nach Einschätzung der Experten nur einen Teil des Problems wieder, da viele Angriffe nicht gemeldet werden. Einige der komplexesten Fälle zeigen Verbindungen zu breiteren kriminellen Netzwerken.