Der deutsche Leitindex Dax hat in der vergangenen Woche ein neues Allzeithoch erreicht. Je nach Quelle schloss der Index bei 26.445 oder 26.446,95 Punkten. Damit setzte der Dax seinen Aufwärtstrend fort, nachdem er Anfang August erstmals die Marke von 26.000 Punkten durchbrochen hatte.

Am vergangenen Freitag schloss der Dax bei 26.319 Punkten, was einem Plus von 0,7 Prozent entsprach. Zum Wochenauftakt am Montag notierte der Index bei 26.324 Punkten. Vor dem Xetra-Handelsstart bewertete der Broker IG den Dax mit 26.346 Punkten und damit 0,1 Prozent höher. Insgesamt verbuchte der deutsche Leitindex in der Vorwoche einen Gewinn von 2,7 Prozent.

Analysten sehen gemischte Aussichten

Marktteilnehmer blicken mit unterschiedlichen Erwartungen auf die kommenden Wochen. Andreas Hürkamp, Analyst bei der Commerzbank, weist darauf hin, dass mit dem Auslaufen der US-Gewinnsaison ein wichtiger positiver Treiber an Kraft verlieren dürfte. Er erwartet daher in den nächsten Wochen eher Atempausen an den Aktienmärkten.

Jochen Stanzl, Analyst bei der Consorsbank, sieht das aktuelle Umfeld als konstruktiv an. Er führt dies auf das robuste Gewinnwachstum der Dax-Konzerne zurück, das trotz hoher Energiepreise erzielt wurde, sowie auf moderate Bewertungen und eine vorsichtige Stimmung unter den Anlegern.

Experten der UBS nennen zwar Risiken im Zusammenhang mit KI-Bewertungen, Leitzinsen und der Geopolitik, halten aber an ihrer Anlageempfehlung fest. Das Investmentteam um UBS-Chefanleger Mark Haefele verweist auf steigende Unternehmensgewinne und die Einschätzung, dass geo- und währungspolitische Risiken neutralisiert bleiben würden. Auch der Iran-Konflikt werde zwar als Unsicherheitsfaktor gesehen, dessen Folgen erscheinen jedoch beherrschbar.

Zinserwartungen und Inflation im Fokus

An den Zinsmärkten haben sich die Erwartungen verschoben. Ulrich Stephan, Chief Investment Strategist bei der Deutsche Bank für Privat- und Firmenkunden, erläutert, dass eine Leitzinserhöhung im September an den Terminmärkten aufgrund unerwartet schwacher US-Arbeitsmarktdaten nur noch mit einer Wahrscheinlichkeit von 45 Prozent eingepreist ist.

Bezüglich der Teuerungsrate geht Robert Greil, Chefstratege bei Merck Finck, davon aus, dass die Inflationsrate im Juli weitgehend stabil bei 3,5 Prozent verharrt hat. Christoph Balz, Volkswirt bei der Commerzbank, merkt an, dass die jüngste Eskalation im Persischen Golf die US-Verbraucherpreise im Juli wahrscheinlich noch nicht voll erfasst hat. Die Inflationsrate sei vermutlich erneut gesunken, könnte aber im August wieder steigen.

Für Mittwoch sind neue US-Inflationsdaten angekündigt. Derzeit gibt es keine Anzeichen für eine Einigung zwischen dem Iran und den USA. Parallel dazu fiel der Ölpreis in der vergangenen Woche um etwa sieben Prozent.

Internationale Märkte legen zu

Auch in Asien zeigten sich die Märkte positiv. Der japanische Nikkei-Index stieg um 2,0 Prozent. Daisuke Hashizume, Chefstratege bei Daiwa Securities, führt die Gewinne auf starke Chip-Aktien zurück. Diese Entwicklung werde durch nachlassende Wetten auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve gestützt.