Beth Hammack, Präsidentin der Federal Reserve Bank of Cleveland, hält eine Reihe von Zinserhöhungen für möglich, um die Inflation auf das Ziel von 2 % der Zentralbank zu senken. Sie äußerte die Ansicht, dass die Inflation nicht von allein zum Zielwert zurückkehren wird.
Laut Hammack erzeugen die aktuellen Zinssätze keine spürbare Bremswirkung in der Wirtschaft. Sie argumentierte, dass der Zeitpunkt für eine Straffung der Geldpolitik gekommen sei.
Hammack verglich die Geldpolitik mit dem Bremsen eines Autos: Es sei gesünder, frühzeitig und schrittweise zu bremsen, anstatt im letzten Moment hart zu bremsen. Ein zu langes Abwarten bei den Zinserhöhungen könnte dazu führen, dass das Inflationsziel länger verfehlt wird und es schwieriger wird, den Preisanstieg unter Kontrolle zu bringen.
Die Verantwortung der Geldpolitik kann nicht den Finanzmärkten überlassen werden.
Abweichung bei der jüngsten Fed-Sitzung
Bei der Sitzung der Federal Reserve im Juli hielt die Zentralbank den Leitzins unverändert im Bereich von 3,50 bis 3,75 %. Hammack war jedoch eines von drei Mitgliedern, die für eine Zinserhöhung stimmten, und gab beim Juli-Treffen ihre Stimme für eine Erhöhung um 25 Basispunkte ab.
Hammack betonte, dass eine einzelne Erhöhung um 25 Basispunkte keine sehr große Wirkung auf die Wirtschaft haben würde. Zudem möchte sie nicht vorab festlegen, wo der Endpunkt der Zinserhöhungen liegen wird.
Sie merkte an, dass sie von Geschäftskontakten keine starken Signale erhalten habe, wonach Unternehmen ihre Wachstumsinvestitionen aufgrund der aktuellen Zinsen einschränken.
Arbeitsmarkt und Inflationsdaten
Hinsichtlich des Arbeitsmarktes sieht Hammack kein ernsthaftes Problem, wenn man die durchschnittliche monatliche Beschäftigungszunahme und die Arbeitslosenquote der letzten 12 Monate betrachtet. Die Arbeitslosenquote lag im Juli bei 4,1 %, was laut Hammack nahe an ihrer Schätzung für Vollbeschäftigung liegt.
Arbeitslosenquote im Juli
Rolle der Finanzmärkte
Hammack erklärte, dass die Straffung an den Finanzmärkten die eigenen geldpolitischen Entscheidungen der Fed nicht ersetzen könne. Märkte könnten die Politik der Zentralbank ergänzen, doch die Fed müsse ihre Aussagen bei Bedarf durch konkrete Schritte unterstützen.
Fed-Chef Kevin Warsh wies auf den Anstieg der Anleiherenditen nach der Juli-Sitzung hin und betonte die Bedeutung dieser Entwicklung der Finanzbedingungen für die Geldpolitik.