Laut Daten des Kraftstoffpreis-Portals Tankerkönig ist das Tanken am Dienstag um 6:30 Uhr in Bayern am günstigsten. Das Bundeskartellamt hat unterdessen ein Verfahren gegen alle Raffineriebetreiber in Deutschland eingeleitet, um zu prüfen, ob die aufgerufenen Preise gerechtfertigt sind.

In Bayern liegen die Dieselpreise gemeinsam mit dem Saarland an der Spitze der günstigsten Regionen. Auch bei Super E5 weist Bayern die niedrigsten Preise auf. Bei E10 teilt sich Bayern den ersten Platz mit Berlin.

Der Preisunterschied für Super E5 in Bayern betrug zum Zeitpunkt der Tankerkönig-Stichprobe etwa 8 Cent weniger als in Sachsen-Anhalt und Bremen. Bei Diesel liegt die Differenz zwischen den günstigsten Standorten in Bayern und dem Saarland und den teuersten Regionen in Bremen, Nordrhein-Westfalen und Hessen bei 7 Cent.

Bundesweite Durchschnittspreise und Marktlage

Nach Messungen des ADAC lag der Preis für einen Liter Super E10 am Montag bei 2,145 Euro. Dies entsprach einem Rückgang von 0,6 Cent im Vergleich zum Sonntag. Der Preis für einen Liter Diesel sank laut ADAC um 0,2 Cent auf 2,225 Euro. Seit dem 16. Juli bewegten sich die bundesweiten täglichen Durchschnittspreise für Benzin in einem engen Bereich zwischen 2,132 und 2,168 Euro.

Untersuchung der Raffinerien und rechtliche Fragen

Das Ziel der Ermittlungen des Bundeskartellamtes ist es, die tatsächlichen Kosten der Unternehmen, deren Verteilung auf die Geschäftsbereiche und die Rechtfertigung der Preise zu überprüfen. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, erklärte: „Wir haben Verfahren gegen sämtliche Raffineriebetreiber in Deutschland eingeleitet.“

Mundt betonte zudem, dass das Wettbewerbsrecht „kein Instrument staatlicher Preisregulierung und kann Kraftstoffpreise nicht unmittelbar senken“ könne. Zuvor hatte das Oberlandesgericht Düsseldorf einen Antrag auf Aussetzung der Auskunftspflicht gegenüber dem Bundeskartellamt abgelehnt.

Kritik an der 12-Uhr-Regel

Das Bundeskartellamt meldete, dass die Anzahl der Verstöße gegen die sogenannte „12-Uhr-Regel“ in Deutschland hoch blieb und im Juli erneut anstieg. Etwa 88 Prozent aller seit Einführung der Regel gemeldeten Verstöße ereigneten sich im Zeitfenster zwischen 11:50 und 12:10 Uhr. Lediglich 3,5 Prozent der Verstöße lagen mehr als eine Stunde von 12:00 Uhr entfernt.

Ökonomen und Verbraucherschützer erkennen keine dämpfende Wirkung der 12-Uhr-Regel auf die Preise an und sehen darin einen preissteigernden Effekt. Ein Sprecher des ADAC erklärte, die Organisation wolle verschiedene Instrumente gegen überhöhte Kraftstoffpreise wissenschaftlich auf ihre Wirksamkeit, Nebenwirkungen und praktische Umsetzbarkeit testen. „Vor allem Menschen mit niedrigen Einkommen müssten direkt unterstützt werden“, ergänzte der ADAC-Sprecher.