Die Kieler Werft ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) verzeichnet einen Auftragsbestand von rund 20 Milliarden Euro. Das Unternehmen steigerte in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 den Umsatz um 19 Prozent auf rund 1,9 Milliarden Euro.
Auftragsbestand von TKMS
TKMS hob zudem die Prognose für das laufende Geschäftsjahr (Ende September) an: Statt der bisher erwarteten 2 bis 5 Prozent Wachstum rechnet das Unternehmen nun mit einem Umsatzplus von 10 bis 12 Prozent.
Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (EBIT) stieg von 98 Millionen auf 110 Millionen Euro. Die bereinigte EBIT-Marge lag bei 5,8 Prozent – belastet durch höhere Verwaltungskosten, die die Marge um 0,3 Punkte senkten. Für das Geschäftsjahr wird eine Marge von bis zu 6,5 Prozent erwartet.
Markt im Wandel
Der Auftragseingang ging im Vergleichszeitraum von 8,6 Milliarden auf 3,6 Milliarden Euro zurück. TKMS-Chef Oliver Burkhard erklärte, die Nachfrage sei sehr stark, der Fokus liege nun auf der Abarbeitung der Bestellungen. Nachfrage komme auch aus Nachbarstaaten des Persischen Golfs – insbesondere im Bereich der Minenräumung –, was er auf den Iran-Krieg zurückführte.
Alle haben Geld, aber keine Zeit mehr.
Der Markt verändere sich von einem Käufer- hin zu einem Verkäufermarkt, so Burkhard. Finanzvorstand Paul Glaser bezeichnete den Auftragseingang als „wirklich sehr guten und sehr starken Zahl“.
Personal- und Werftpläne
Wegen der vollen Auftragsbücher will TKMS Hunderte neue Mitarbeiter einstellen. Am Standort Kiel sollen bis Jahresende rund 4.000 Menschen arbeiten, derzeit sind es etwa 3.700. In Wismar peilt das Unternehmen bis zu 1.700 Beschäftigte an.
TKMS könnte zudem indirekt vom Verlust des F126-Auftrags durch den Rheinmetall-Konzern profitieren. Für die Deutsche Marine sollen nach dem F126-Projekt vier kleinere Fregatten vom Typ MEKO A-200 geliefert werden, mit einer Option auf vier weitere.
Beim Börsengang im Oktober 2025 wurde TKMS mit 5,15 Milliarden Euro bewertet. Ein neuer Milliardenauftrag über bis zu zwölf U-Boote vom Typ 212CD für Kanada zeichnet sich ab. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) lobte die Entscheidung Kanadas als wichtigen Pfeiler der NATO-Strategie zur Sicherung des Hohen Nordens.
Zudem setzte sich Pistorius für den Kauf von sechs konventionellen U-Booten durch Indien ein – ein Geschäft mit einem geschätzten Volumen von über 8 Milliarden US-Dollar. TKMS macht Fortschritte beim geplanten U-Boot-Zentrum in Singapur. Die seit 2017 zu TKMS gehörende Atlas Elektronik hat ihren Sitz in Bremen.