Das Berliner Luxushotel Adlon, eines der bekanntesten Luxushotels Deutschlands, soll verkauft werden. Der geplante Mindestpreis für die Immobilie liegt bei 280 Millionen Euro.
Das Hotel ist Teil des „Fundus-Fonds 31“, der von der Immobiliengesellschaft Jagdfeld Group verwaltet wird. Der Fonds wird von rund 4.000 Anlegern gehalten, bei denen es sich überwiegend um Privatpersonen handelt. Die Abstimmung über die Liquidation und den Verkauf des Hotel-Adlon-Fonds läuft seit Ende Juli und ist auf eine Dauer von vier Wochen angelegt.
Damit der Verkauf stattfinden kann, ist eine Mehrheit von 75 Prozent der Anleger des Fonds erforderlich. Bei einer Zustimmung der Anleger soll ein strukturierter Bieterprozess mit einem internationalen Makler durchgeführt werden. Der Pachtvertrag mit dem Hotelbetreiber Kempinski läuft bis Ende 2032, weshalb der potenzielle Verkauf keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Gäste haben wird.
Absichten der Jagdfeld Group
Die Jagdfeld Group erklärte, dass der Verkauf den Wünschen der Anleger entsprechen und den höchstmöglichen Preis erzielen soll. Das Unternehmen betonte, diesen Schritt „frei und aus eigenen Stücken“ zu unternehmen. Das Ziel sei es, das berühmteste Hotel Deutschlands in neue Hände zu geben.
Geplanter Mindestpreis für den Verkauf des Hotels Adlon.
Historie des Hotels
Das ursprüngliche Hotel Adlon wurde im Oktober 1907 an seinem jetzigen Standort östlich des Brandenburger Tors eröffnet. Kaiser Wilhelm II. nahm persönlich am Spatenstich und an der Eröffnung teil. Es gibt unterschiedliche Angaben zu den Baukosten des ursprünglichen Hotels von 1907: Während einige Quellen 20 Millionen Goldmark angeben, weisen andere 17 Millionen Goldmark aus, was einer heutigen Kaufkraft von etwa 400 Millionen Euro entspräche.
Das ursprüngliche Gebäude wurde 1945 kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs durch ein Feuer zerstört. Während der Zeit der DDR betrieb die staatliche Handelsorganisation (HO) in dem verbliebenen Servicegebäude ein Hotel unter dem Namen Adlon. Das wiederaufgebaute Hotel Adlon wurde für 435 Millionen Mark errichtet und im August 1997 wiedereröffnet. Die feierliche Wiedereröffnung wurde von Bundespräsident Roman Herzog vollzogen.
Das Hotel verfügt über 385 Einheiten, bestehend aus 307 Zimmern und 78 Suiten sowie einem 900 Quadratmeter großen Spa. Zu den prominente Gästen des wiederaufgebauten Hotels gehörten unter anderem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan, der US-Präsident Barack Obama sowie die britischen Monarchen König Charles III., Königin Camilla und Königin Elizabeth II.
Finanzielle Situation des Fonds
Ab 1994 sammelte der Fonds etwa 220 Millionen Euro Eigenkapital ein und nahm rund 135 Millionen Euro an Fremdkapital auf, um das Hotel zu finanzieren. Ende 2025 wies das Fondsunternehmen noch eine Restverschuldung von etwa 110 Millionen Euro auf. Anleger, die von Beginn an im Fonds investiert hatten, hätten bis Ende 2025 lediglich 43 Prozent ihres Kapitals zurückerhalten.