Die Modekette Adenauer & Co hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen wurde von Andreas Adenauer gegründet, einem Enkel des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer.

Das Amtsgericht Düsseldorf hat das Insolvenzverfahren aufgrund von Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet. Im Insolvenzbekanntmachungen-Portal wurden insgesamt fünf Insolvenzverfahren veröffentlicht, darunter eines für die Adenauer Holding GmbH.

Für das Unternehmen mit Hauptsitz in Kaarst bei Düsseldorf wurde die Eigenverwaltung angeordnet. Rechtsanwalt Holger Rhode wurde als Sachverwalter für das Verfahren bestellt.

Gründer äußert sich zu Betrugsvorwürfen

In einem Gespräch mit der Wirtschaftswoche erklärte Andreas Adenauer, dass das Unternehmen ein Problem mit Betrug habe. „Unser Problem ist nicht das Produkt. Wir hatten ein Betrugsproblem“, sagte Adenauer gegenüber der Wirtschaftswoche. Er gab an, durch gefälschte Zahlen an einem Standort in der Türkei getäuscht worden zu sein und fügte hinzu: „Es wurden Gelder veruntreut“.

Unser Problem ist nicht das Produkt. Wir hatten ein Betrugsproblem.
— Andreas Adenauer

Die Wirtschaftswoche berichtete bereits vor den offiziellen Bekanntmachungen im Portal über die Insolvenz. Zukünftige Restrukturierungsmaßnahmen sollen laut der Wirtschaftswoche bis Oktober abgeschlossen sein. Laut Andreas Adenauer ist mit Schließungen von Geschäften zu rechnen.

Geschäftsmodell und Kennzahlen

Adenauer & Co vertreibt Freizeitmode mit maritimen Themen wie Hoodies, T-Shirts und Blusen. Die Geschäfte, die unter dem Namen „Strandhäuser“ bekannt sind, befinden sich unter anderem auf den Inseln Föhr, Fehmarn und Juist.

Es gibt unterschiedliche Angaben zur Anzahl der Verkaufsstellen: Während einige Quellen von mehr als 45 Geschäften in Deutschland, Österreich und Spanien sprechen, werden in anderen Berichten über 50 Standorte genannt.

40 Millionen Euro

Umsatz von Adenauer & Co

Nach Angaben von Andreas Adenauer beschäftigte das Unternehmen mehr als 200 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Umsatz von etwa 40 Millionen Euro. Trotz der aktuellen Krise setzt der Gründer auf eine Fortführung des Geschäftsbetriebs. Berichten zufolge haben mehrere Investorengruppen Interesse bekundet, eine Beteiligung an Adenauer & Co zu übernehmen.