Am Flughafen Leipzig/Halle wurde in der Nacht auf Mittwoch eine Sprengdrohne auf der Südpiste entdeckt. Laut Sicherheitskreisen befand sich das Gerät in der Nähe eines ukrainischen Transportflugzeugs vom Typ Antonov AN-124 Condor.

Aufgrund des Fundes kam der Flugbetrieb am Flughafen zeitweise zum Stillstand. Spezialisten der Bundespolizei führten die Entschärfung der Sprengdrohne durch.

Forderung nach Krisensitzung und NATO-Konsultation

Die Fraktion der Grünen im Deutschen Bundestag fordert eine Dringlichkeitssitzung des Nationalen Sicherheitsrates. Katharina Dröge, Fraktionsvorsitzende der Grünen, sagte der Deutschen Presse-Agentur (DPA), der Sicherheitsrat müsse sich umgehend treffen, um die Lage und die notwendigen Konsequenzen zu erörtern.

Erheblicher und schwerer hybrider Angriff
— Katharina Dröge, Fraktionsvorsitzende der Grünen

Dröge bezeichnete den Vorfall als einen „erheblicher und schwerer hybrider Angriff“. Sollte ein staatlicher Akteur dafür verantwortlich sein, handele es sich um „Staatsterrorismus“, der eine klare und konsequente Reaktion der Bundesrepublik Deutschland erfordere. Angesichts der Schwere der Vorfälle schlug Dröge zudem eine Konsultation im Rahmen der NATO vor.

Verdacht auf ausländische Mächte

Die SPD-innenpolitische Expertin Sonja Eichwede erklärte gegenüber Deutschlandfunk, dass der Vorfall eine „neue Gefahrenqualität“ darstelle. Die Drohne sei kein handelsübliches Modell, sondern professionell gebaut worden und trotz eines am Flughafen Leipzig/Halle installierten Drohnenschutzsystems unentdeckt geblieben.


Es wird erwartet, dass das Bundeskabinett in der kommenden Woche über erweiterte Befugnisse für die Nachrichtendienste entscheidet.