Rund 10.000 Menschen haben sich am Sonntag in Köln versammelt, um ihre Solidarität mit der queeren Community zu zeigen. Der Aufmarsch erfolgte als Reaktion auf den islamistischen Anschlag während des Christopher Street Day (CSD) in Berlin. Mehrere Initiativen und Vereine hatten nach dem Attentat zur Demonstration in der Rheinmetropole aufgerufen.
Schätzung von Cologne Pride; die Polizei hatte im Vorfeld rund 2.000 Anmeldungen erhalten.
Die Veranstalter des Kölner Pride hatten zwei Wochen nach dem Angriff in Berlin zur Kundgebung mobilisiert. Unter dem Motto „Köln zeigt Solidarität, Köln zeigt Haltung“ sammelten sich die Teilnehmer im Stadtteil Deutz auf der östlichen Seite des Rheins. Von dort zog der Demonstrationszug über die Deutzer Werft hinüber ins Kölner Stadtzentrum. Die Polizei sicherte die Veranstaltung mit zahlreichen Kräften ab.
Worte der Solidarität allein reichen nicht.
Cologne Pride forderte Bundesregierung, Länder und Kommunen auf, Maßnahmen zu ergreifen, um queere Strukturen und queeres Leben nachhaltig zu schützen und zu stärken. Ziel sei es, der wachsenden Feindseligkeit gegenüber queeren Menschen in der Gesellschaft entgegenzuwirken. Tausende Menschen folgten in Köln diesem Ruf nach besserem Schutz.
Hintergrund: Anschlag beim Berliner CSD
Auslöser der Demonstration war der Vorfall am 25. Juli in Berlin. Ein 21-Jähriger war mit einem Auto in mehrere Menschen am Rande des CSD gefahren und habe weitere Personen mutmaßlich mit einer Machete attackiert. Bei dem Angriff starb eine Frau, 31 Menschen wurden verletzt, einige davon schwer.
Der mutmaßliche Islamist wurde einen Tag nach der Tat von der Polizei erschossen, als er angeblich Beamte angriff. Der Innenausschuss des Deutschen Bundestages prüfte zudem die Frage, warum der islamistische Terroranschlag auf den CSD in Berlin nicht verhindert werden konnte.