Die deutsche CDU-Politikerin Julia Klöckner hat auf Instagram ein künstlich erzeugtes Bild veröffentlicht, um Schülerinnen und Schülern zum Beginn des neuen Schuljahres in Rheinland-Pfalz viel Erfolg zu wünschen.
Die Grafik zeigt eine blonde Frau, vier Kinder sowie eine Tafel mit der Aufschrift „Viel Freude, Neugier und Erfolg!“. Ergänzt wird die Szene durch stilisierte Elemente wie Sonne, Herzen und Papierflugzeuge.
Auf den Beitrag reagierte der Nutzer Oliver Schäfer mit einem Kommentar, der anschließend gelöscht wurde. Daraufhin sperrte Klöckner den Account von Schäfer.
Schäfer verwies darauf, dass KI-Bildgeneratoren mit Millionen von Werken von Fotografen, Illustratoren und Designern trainiert wurden. Sein eigener Beitrag zu der Kontroverse erhielt bis zur Mittagszeit 22.000 Likes, während er selbst über rund 6.000 Follower verfügt.
Vermeidung realer Schulkinder zum Schutz ihrer Identität und Persönlichkeitsrechte.
Gegenüber der Zeitung „Frankfurter Allgemeine“ erklärte Klöckners Büro, der Verzicht auf Abbildungen realer Schüler diene dem Schutz ihrer Identität und Persönlichkeitsrechte. Zudem sei der Einsatz von KI in sozialen Medien unter Politikern, Unternehmen, Journalisten und Künstlern mittlerweile üblich.
Das Büro von Julia Klöckner nahm Kontakt zu Oliver Schäfer auf und schlug einen Austausch zum Thema KI und kreative Berufe vor. Der ursprüngliche Post der Politikerin verzeichnete zu diesem Zeitpunkt 1.313 Likes.
Nutzer kritisierten zudem die Zusammensetzung des Bildes. Ein Kommentar lautete, ein echter Grafikdesigner hätte möglicherweise auf die mangelnde Diversität in der Darstellung hingewiesen.
Hintergrund: KI-Bilder in der politischen Kommunikation
Die Debatte findet vor dem Hintergrund früherer Vorfälle statt. Im Jahr 2023 nutzte die AfD KI-generierte Bilder, darunter eine blonde Mädchenfigur mit Blutspritzern im Gesicht und eine Gruppe von Migranten mit wütenden Gesichtsausdrücken.
Mitglieder der AfD gaben damals an, solche Bilder erstellt zu haben, um Stereotype zu bedienen — insbesondere rassistische und xenophobe Klischees in der Darstellung von Migranten und Kindern.