Die geplante schwarz-rote Rentenreform in Deutschland sieht die Abschaffung der Frührente ohne Abzüge nach 45 Beitragsjahren vor. Dieses Vorhaben stößt auf politischen Widerstand, da die derzeitige Möglichkeit, diese Rente in Anspruch zu nehmen, üblicherweise als „Rente mit 63“ bezeichnet wird, obwohl sie faktisch erst ab einem Alter von 64,5 Jahren möglich ist.
Gegen die geplante Abschaffung mobilisieren sich fünf ostdeutsche Ministerpräsidenten der CDU und SPD sowie die SPD-Regierungschefs aus dem Saarland und Bremen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat ebenfalls Opposition gegen diesen Teil der Reform geäußert.
Kritik von Arbeitgebern und Experten
Steffen Kampeter, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), äußerte sich fassungslos darüber, dass zentrale Elemente des Rentenpakets noch vor deren Umsetzung infrage gestellt werden. Er erklärte, dass das Festhalten an der „Rente mit 63“ den Fachkräftemangel, den demografischen Wandel und die wirtschaftliche Lage ignoriere.
Völlig falsch
Jörg Rocholl, Mitglied der Rentenkommission, bezeichnete das Veto der ostdeutschen Ministerpräsidenten bezüglich der „Rente mit 63“ als „völlig falsch“. Er wies darauf hin, dass der Verbleib der „Rente mit 63“ dazu führen würde, dass jährlich rund zehn Milliarden Euro für die Entwicklung der „Kapitalrente“ fehlen würden.
Jährliche Fehlbeträge für die Entwicklung der Kapitalrente, falls die Rente mit 63 bestehen bleibt.
Die „Kapitalrente“ soll das Rentenniveau ab dem Jahr 2040 erhöhen und könnte potenziell den aktuellen Wert von 48 Prozent überschreiten. Die Grundlage für die Reform bildet ein Konzept einer Rentenkommission aus Experten, das aus 33 Einzelmaßnahmen besteht.