In einer gemeinsamen Operation gegen internationale Schleuserkriminalität haben deutsche Staatsanwälte und die Bundespolizei Zugriff auf ein kriminelles Netzwerk genommen. Die Ermittlungen wurden im Rahmen einer von Europol koordinierten Operational Task Force geführt und richten sich gegen einen syrischen Familienclan.
Im Zuge der Maßnahmen wurden in Saarbrücken, Deutschland, sowie in Serbien drei Haftbefehle vollstreckt. Die Ermittlungen basieren auf dem im Jahr 2018 eingeführten „Traunsteiner Modell“.
Festnahmen in Deutschland und Serbien
In Saarbrücken wurde ein 26-jähriger Mann festgenommen. Im Zusammenhang mit den Maßnahmen im Raum Saarbrücken wurden sechs Orte durchsucht, darunter ein Lagerhaus, das mutmaßlich mit den Aktivitäten der Schleuser in Verbindung steht. Bei Durchsuchungen bei einigen Verdächtigen wurde Falschgeld sichergestellt.
In Serbien erfolgte zudem die Festnahme eines 31-jährigen Syrers durch eine serbische Spezialeinheit im Auftrag der Staatsanwaltschaft Weiden. Europol stufte den 31-jährigen Syrer als „High Value Target“ ein. Er soll Mitglied eines Schleuserclans sein. Zudem wird ihm vorgeworfen, 152 Migranten über die sogenannte Balkanroute geschmuggelt zu haben.
Modus Operandi und finanzielle Dimension
Die Bundespolizei in München berichtete, dass die Schleuser mutmaßlich hunderte Flüchtlinge, vorrangig aus Syrien, von Libyen über die italienische Insel Lampedusa nach Deutschland geschmuggelt haben. Die Bundespolizei in München gab zudem an, dass seit Oktober 2024 mindestens 125 Flüchtlinge, primär aus Syrien, auf diesem Weg geschmuggelt wurden.
Die Tatverdächtigen werden als Teil einer internationalen kriminellen Struktur mit Verbindungen zu Libyen und einer dort operierenden Miliz vermutet. Die kriminelle Organisation erzielte einen Gewinn von mindestens 875.000 Euro. Den Flüchtlingen wurden für den Transport über die Balkanroute nach Deutschland bis zu 10.000 Euro pro Person berechnet.
Mindestgewinn der kriminellen Organisation