Am Flughafen Leipzig/Halle wurde eine Sprengstoffdrohne entdeckt. Der Fund ereignete sich in der Nacht zum Mittwoch in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs und wurde von einem Flughafenmitarbeiter gemacht.
Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden hat den Fall aufgrund der besonderen Bedeutung des Vorfalls an die Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe übergeben. Dort wird nun wegen des Verdachts auf versuchten Sprengstoffanschlag und gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr ermittelt.
Forderung nach zentraler Drohnenabwehr
Thomas Röwekamp, CDU-Vorsitzender des Verteidigungsausschusses im Deutschen Bundestag, fordert, die Verantwortung für die Drohnenabwehr beim Bundesministerium des Innern zu zentralisieren. Er schlug vor, dass die Zuständigkeit beim Bundesministerium des Innern oder der Bundespolizei liegen sollte.
Wir brauchen eine zentrale Zuständigkeit statt einer Vielzahl föderaler Luftsicherheitsbehörden.
Nach Ansicht von Röwekamp bestätigen die aktuellen Erkenntnisse die Dringlichkeit, neue Antworten auf die Bedrohung ziviler Infrastrukturen durch Drohnen zu finden. Er merkte an, dass ein schwerer Schadenseintritt lediglich durch den Zufall und die Vorsicht eines Busfahrers verhindert wurde.
Zuständigkeiten in Deutschland
Derzeit ist in Deutschland die Bundespolizei für die Drohnenabwehr an Flughäfen zuständig. Zudem ist das Ende des vergangenen Jahres von der Bundesregierung und den Ländern eingerichtete Gemeinsame Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) an der Drohnenabwehr in Deutschland beteiligt.
Röwekamp vertritt die Auffassung, dass die Bundeswehr eingreifen sollte, falls alle anderen Institutionen technisch überfordert sind.