Der türkische Handelsminister Ömer Bolat hat die Europäische Union (EU) dazu aufgerufen, die Türkei in ihre neuen Handels- und Industriepolitiken einzubeziehen. Eine inklusive Gestaltung dieser Maßnahmen, wie etwa des Net-Zero Industry Act, sei für die Zukunft der Partnerschaft zwischen der Türkei und der EU von strategischer Bedeutung, so Bolat.

Die Einbindung der Türkei in die EU-Politik würde die Wettbewerbsfähigkeit der Union sowie die wirtschaftliche Sicherheit Europas stärken, erklärte der Minister. Er verwies dabei auf die Bedeutung einer effektiven Aktualisierung der Zollunion, die die Grundlage für die starke wirtschaftliche Integration der Türkei mit den EU-Mitgliedstaaten bildet.

Im Rahmen eines Treffens mit dem spanischen Minister für Wirtschaft, Handel und Unternehmen, Carlos Cuerpo, in Madrid wurden aktuelle EU-Politiken sowie der Net-Zero Industry Act erörtert. Die beiden Minister vereinbarten zudem, die vierte Sitzung des Türkisch-Spanischen Gemeinsamen Ausschusses für Wirtschafts- und Handelsfragen (JETCO) im Herbst in Madrid abzuhalten.

Handelsbeziehungen zu Spanien

Spanien ist nach Angaben von Minister Bolat der viertgrößte Handelspartner der Türkei innerhalb der Europäischen Union. Das jährliche Handelsvolumen zwischen der Türkei und Spanien beläuft sich derzeit auf 20,5 Milliarden US-Dollar. Bolat strebt an, dieses Volumen mittelfristig auf 25 Milliarden US-Dollar zu steigern.

18,7 Mrd. USD

Gesamtinvestitionen von 800 spanischen Investoren in der Türkei

Neben dem Handelsvolumen spielt auch das Investitionsklima eine Rolle. Derzeit seien 800 spanische Investoren in der Türkei mit einem Gesamtvolumen von 18,7 Milliarden US-Dollar aktiv. Bolat betonte, dass die Türkei aufgrund ihrer Produktionsinfrastruktur, der strategischen Lage, qualifizierter Arbeitskräfte und der Rolle in europäischen Wertschöpfungsketten ein Zentrum für internationale Investoren bleibe.