Der mutmaßliche Angreifer des Christopher Street Day (CSD) in Berlin, Abdul B., wurde im November 2025 bei seiner Rückkehr am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) von Beamten des Landeskriminalamtes (LKA) Berlin festgenommen. Ermittler gehen davon aus, dass er Verbindungen zur Terrororganisation Islamischer Staat (IS) hatte.

Vor seiner Festnahme in Deutschland war Abdul B. nach Informationen der Ermittler in Libanon zu einer dreimonatigen Haftstrafe wegen Terrorismusfinanzierung verurteilt worden. Bereits im Mai 2025 habe er versucht, sich der Terrororganisation IS in Mauretanien anzuschließen, später auch über Libanon.

Auf dem Weg ins Gefängnis soll Abdul B. einem Polizeibeamten gesagt haben: „Mauretanien ist das neue Ägypten“. Zudem fanden Ermittler nach dem Angriff im Juli 2026 ein eineinhalbminütiges Video auf seinem Handy, in dem er maskiert dem IS die Treue schwört.

Verbindung zu Prediger Amir Abo A.

Abdul B. und der in Berlin geborene deutsch-ägyptische Prediger Amir Abo A. unternahmen im November 2024 gemeinsam eine Pilgerreise nach Saudi-Arabien. Amir Abo A. lebt seit Ende 2024 in Mauretanien und war für den im Juni 2024 verbotenen Verein „Deutschsprachige Muslimische Gemeinschaft e.V.“ in Braunschweig aktiv.

Laut Informationen der Ermittler schickte Amir Abo A. Abdul B. eine Sprachnachricht mit den Worten: „Einfach machen, einfach buchen, Visa, komm, fertig“. Bei einer Durchsuchung von Abdul B.s Wohnung im Oktober 2024 stellte die Polizei zudem eine Leinwand mit der Flagge des IS sicher.

3 Monate Haftstrafe

Abdul B. wurde in Libanon wegen Terrorismusfinanzierung verurteilt.

Abdul B.s Cousin Bilal Omar Bakri soll 2015 im Irak getötet worden sein, nachdem er sich dem IS angeschlossen hatte. Zwischen November 2025 und Mai 2026 befand sich Abdul B. in Untersuchungshaft in der Jugendstrafanstalt Berlin-Plötzensee.

Nach unbestätigten Angaben soll das Jugendschöffengericht Abdul B. am 12. Mai 2026 unter Auflagen vorläufig aus der Haft entlassen haben, bevor er am 25. Juli 2026 den tödlichen Angriff verübte. Die genauen Umstände der Entlassung sind Gegenstand der Ermittlungen.

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken, Clara Bünger, forderte eine Erklärung, warum eine als Gefährder eingestufte Person nicht enger überwacht wurde. Informationen über Abdul B.s Versuche, sich dem IS anzuschließen, und seine fehlende Reue wurden deutschen Behörden vor der Tat vom Bundesnachrichtendienst (BND) übermittelt.