Der Bildungsminister von Sachsen-Anhalt, Jan Riedel (CDU), warnt vor den Risiken, die rechtsextreme Informationsblasen für die Demokratie und die Schulen darstellen. Laut Riedel informieren sich viele Menschen in Sachsen-Anhalt primär über TikTok, rechtsextreme Online-Portale und Boulevardmedien, statt die Vielfalt traditioneller Medien zu nutzen.

In diesen Informationsblasen sei die AfD besonders stark vertreten, so Riedel. Er äußerte die Besorgnis, dass Konsens und Kompromisse zunehmend als Schwächen betrachtet und verachtet werden, während er diese als das „Schmiermittel der Demokratie“ bezeichnet.

Kompromisse werden als Schwächen betrachtet, obwohl sie das Schmiermittel der Demokratie sind.
— Jan Riedel

Riedel warnte davor, dass ein Bildungsproblem entstehe, wenn Bürger nur Informationen konsumierten, die ihre bestehenden Ansichten bestätigen, und sich von demokratischen Debatten isolierten. Er stellte fest, dass selbst Kinder rechtsextreme Parolen verbreiten und Lehrkräfte unter zunehmenden Druck durch Eltern geraten, wenn sie gegen solche Inhalte intervenieren.

Präsenz auf TikTok

Jan Riedel ist bereits seit längerer Zeit auf TikTok aktiv und veröffentlicht regelmäßig Inhalte aus seinem ministeriellen Alltag, um Menschen zu erreichen. Das Bildungsministerium von Sachsen-Anhalt erklärte dazu, dass bewusst einmal pro Woche ein unterhaltsamer Clip auf TikTok veröffentlicht werde, um Interesse an weiteren Inhalten zu wecken.


Die Warnungen erfolgen vor dem Hintergrund der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, die für den 6. September angesetzt ist. In einer aktuellen repräsentativen Infratest-dimap-Umfrage lag die AfD bei 41 Prozent und damit deutlich vor der CDU, die ein Ergebnis von 24 Prozent erreichte.

41 % Umfragewert

Stimmenanteil der AfD in einer aktuellen Infratest-dimap-Umfrage in Sachsen-Anhalt.